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Live aus dem Marktstammdatenregister

Wie viele Batteriespeicher gibt es in Deutschland? Aktuelle Zahlen aus dem Marktstammdatenregister

Von Maximilian Krug · Veröffentlicht am 21. September 2026 · Lesezeit ca. 6 Minuten

In Deutschland sind 2.768.920 Batteriespeicher in Betrieb (Stand 21. September 2026). So viele Einheiten führt das Marktstammdatenregister (MaStR) der Bundesnetzagentur mit dem Betriebsstatus „in Betrieb“ — vom Heimspeicher im Keller bis zum Großspeicher am Umspannwerk. Fast alle davon sind kleine Heimspeicher; nur 537 Einheiten leisten ein Megawatt oder mehr. Dieser Artikel zeigt die Zahlen im Detail: die Verteilung auf die Bundesländer, den Zubau pro Jahr und wie Sie die Speicher mit Solar-Kompass selbst auf der Karte finden.

Die Gesamtzahl: knapp 2,8 Millionen Batteriespeicher

Insgesamt verzeichnet das Register 2.769.525 Stromspeicher-Einheiten in Betrieb. Davon sind 2.768.920 Batteriespeicher — das entspricht mehr als 99,9 Prozent. Nur rund 600 Einheiten nutzen eine andere Technologie, darunter 109 Pumpspeicher-Einheiten. Nach Stückzahl ist der deutsche Speicherbestand also praktisch ein reiner Batteriebestand.

Zur Einordnung: Am selben Tag waren 6.342.942 Solaranlagen in Betrieb gemeldet. Rein rechnerisch kommen damit auf 100 Solaranlagen rund 44 Batteriespeicher. Wichtig ist dabei dieselbe Einschränkung wie bei allen Registerzahlen: Gezählt werden Einheiten, nicht Leistung oder Kapazität — und nur, was tatsächlich gemeldet wurde. Wie das Register funktioniert und warum es die verlässlichste Quelle für solche Zahlen ist, erklärt unser Hintergrundartikel Was ist das Marktstammdatenregister?

Heimspeicher und Großspeicher (BESS): zwei sehr verschiedene Welten

Der Bestand besteht fast vollständig aus Heimspeichern. 2.758.196 Batteriespeicher — 99,6 Prozent — haben eine Bruttoleistung von weniger als 30 Kilowatt. Ein typischer Heimspeicher im Register leistet wenige Kilowatt und hat eine nutzbare Speicherkapazität von etwa 5 bis 15 Kilowattstunden: genug, um den Solarstrom vom Mittag in den Abend zu verschieben.

Am anderen Ende stehen die Großspeicher, in der Branche meist BESS genannt — die Abkürzung steht für „Battery Energy Storage System“. Nimmt man eine Bruttoleistung von mindestens 1 Megawatt (1.000 kW) als Schwelle, sind in Deutschland 537 Großspeicher in Betrieb; 117 davon leisten 10 Megawatt oder mehr. Das Segment ist jung: 350 der 537 Einheiten gingen erst seit Anfang 2024 ans Netz. Die leistungsstärkste einzelne Einheit im Register steht in Hamm in Nordrhein-Westfalen und ist mit rund 174 Megawatt eingetragen. Das Gegenstück auf der Erzeugungsseite sind die großen Freiflächenanlagen — wie Sie diese aufspüren, zeigt unser Beitrag Solarparks in Deutschland finden.

Rangliste: Batteriespeicher nach Bundesland

Für jedes der 16 Bundesländer haben wir die Zahl der Batteriespeicher mit Betriebsstatus „in Betrieb“ abgefragt (Stand 21. September 2026):

RangBundeslandBatteriespeicher in Betrieb
1Nordrhein-Westfalen547.389
2Bayern544.068
3Baden-Württemberg436.357
4Niedersachsen342.847
5Hessen184.277
6Rheinland-Pfalz164.834
7Schleswig-Holstein98.642
8Sachsen97.109
9Brandenburg93.185
10Sachsen-Anhalt64.491
11Thüringen63.709
12Mecklenburg-Vorpommern41.304
13Saarland33.007
14Berlin30.243
15Hamburg17.980
16Bremen9.473

Quelle: Marktstammdatenregister (Bundesnetzagentur), eigene Abfrage, Stand 21. September 2026. Energieträger Speicher, Speichertechnologie Batterie, Betriebsstatus „in Betrieb“. Wenige Einheiten sind im Register keinem Bundesland zugeordnet, daher weicht die Summe minimal vom Bundeswert ab.

Die Überraschung steht ganz oben: Nordrhein-Westfalen liegt mit 547.389 Batteriespeichern knapp vor Bayern (544.068) — der Abstand beträgt nur gut 3.000 Einheiten. Bei den Solaranlagen ist es umgekehrt, dort führt Bayern deutlich. Baden-Württemberg folgt auf Rang drei; zusammen vereinen die drei Länder rund 55 Prozent aller deutschen Batteriespeicher. Am Ende der Liste stehen wie bei der Photovoltaik die Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen, in denen es vergleichsweise wenige Eigenheime mit eigener Dachanlage gibt.

Zubau pro Jahr: Seit 2023 mehr als eine halbe Million neue Speicher jährlich

Wie schnell der Bestand wächst, zeigt die Auswertung nach Inbetriebnahmejahr. Die Tabelle nennt, wie viele der heute in Betrieb befindlichen Batteriespeicher im jeweiligen Jahr ans Netz gingen (Stand 21. September 2026):

Jahr der InbetriebnahmeBatteriespeicher
bis 201867.928
201942.133
202086.733
2021141.855
2022220.135
2023608.297
2024576.013
2025567.324
2026 (bis 21. September)458.502

Quelle: Marktstammdatenregister (Bundesnetzagentur), eigene Abfrage, Stand 21. September 2026. Gezählt werden nur Einheiten, die heute noch in Betrieb sind; inzwischen stillgelegte Speicher fehlen. Nachmeldungen können die Werte der jüngsten Jahre noch erhöhen.

Der Sprung im Jahr 2023 ist unübersehbar: Mit 608.297 Einheiten gingen fast dreimal so viele Batteriespeicher in Betrieb wie 2022 — und gut vierzehnmal so viele wie 2019. Seither hält sich der Zubau auf hohem Niveau bei deutlich über einer halben Million pro Jahr, und 2026 stehen nach knapp neun Monaten bereits 458.502 neue Speicher im Register. Rund 80 Prozent aller heute betriebenen Batteriespeicher wurden seit Anfang 2023 installiert.

Warum Speicher und Solar zusammen wachsen

Der Speicherboom ist die direkte Folge des Solarbooms, den wir im Beitrag Über 6 Millionen Solaranlagen in Deutschland beschreiben. Wer heute eine Dachanlage baut, bekommt für eingespeisten Strom deutlich weniger, als der Strom aus dem Netz kostet. Es lohnt sich also, möglichst viel Solarstrom selbst zu verbrauchen — und genau das ermöglicht ein Heimspeicher, der den Mittagsüberschuss für den Abend aufhebt. Neue Photovoltaikanlagen werden deshalb sehr häufig gleich zusammen mit einem Speicher installiert. Dazu dürfte auch beigetragen haben, dass seit Anfang 2023 für Photovoltaikanlagen auf Wohngebäuden samt zugehörigem Speicher ein Umsatzsteuersatz von null Prozent gilt.

Bei den Großspeichern ist die Logik ähnlich, nur im Netzmaßstab: Je mehr Solarstrom zur Mittagszeit ins Netz drängt, desto wertvoller werden Anlagen, die Strom aufnehmen und einige Stunden später wieder abgeben können.

Registrierungspflicht: Jeder Speicher ist eine eigene Einheit

Dass sich die Speicher so genau zählen lassen, liegt an der Meldepflicht. Ein Batteriespeicher muss innerhalb eines Monats nach der Inbetriebnahme im Marktstammdatenregister registriert werden — und zwar als eigene Einheit, getrennt von der Photovoltaikanlage. Wer Solaranlage und Speicher gemeinsam in Betrieb nimmt, legt im Register also zwei Einheiten an. Das gilt auch für kleine Heimspeicher und ebenso, wenn ein Speicher nachträglich zu einer bestehenden Anlage ergänzt wird. Welche Fristen und Folgen bei der Photovoltaikanlage selbst gelten, lesen Sie im Beitrag PV-Anlage nicht angemeldet?

So finden Sie Batteriespeicher auf der Karte

Mit Solar-Kompass können Sie alle diese Zahlen selbst nachvollziehen — kostenlos und ohne Login. Stellen Sie auf der interaktiven Karte den Kategorie-Umschalter von „Solaranlagen“ auf „Batteriespeicher“ und filtern Sie nach Postleitzahl, Ort oder Bundesland. Für Großspeicher setzen Sie die Mindest-Bruttoleistung auf 1.000 kW; über das Inbetriebnahmedatum sehen Sie, was in Ihrer Region zuletzt neu ans Netz ging. Wie bei kleinen Solaranlagen gilt: Heimspeicher werden im Register anonymisiert veröffentlicht und erscheinen deshalb am Mittelpunkt ihrer Postleitzahl, große Speicher dagegen an ihrem tatsächlichen Standort.

Den Einstieg ins Thema mit aktuellen Zahlen bietet die Übersichtsseite Batteriespeicher in Deutschland. Antworten zu Datenquelle, Aktualität und PLZ-Mittelpunkt finden Sie in den häufigen Fragen (FAQ).

Datenquelle: Marktstammdatenregister (Bundesnetzagentur), Datenlizenz Deutschland – Namensnennung – Version 2.0. Alle Zahlen: eigene Live-Abfrage vom 21. September 2026.

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