Speicherkapazität von Batteriespeichern: Was kWh bedeutet — und warum sie nicht die Leistung ist
Von Maximilian Krug · Veröffentlicht am 5. Oktober 2026 · Lesezeit ca. 5 Minuten
Auf dem Datenblatt eines Batteriespeichers stehen meist zwei Zahlen, die auf den ersten Blick ähnlich wirken, aber völlig unterschiedliche Dinge beschreiben: eine Leistung in Kilowatt (kW) und eine Speicherkapazität in Kilowattstunden (kWh). Wer beide verwechselt, überschätzt oder unterschätzt schnell, was ein Speicher tatsächlich leisten kann. Dieser Artikel erklärt den Unterschied verständlich und zeigt, wo Sie die Kapazität einzelner Batteriespeicher im Marktstammdatenregister finden.
Leistung (kW) und Kapazität (kWh): zwei verschiedene Größen
Die Leistung eines Batteriespeichers gibt an, wie viel Strom er in einem Moment maximal aufnehmen oder abgeben kann — angegeben in Kilowatt (kW), bei großen Anlagen in Megawatt (MW). Die Speicherkapazität dagegen beschreibt, wie viel Energie insgesamt gespeichert werden kann — angegeben in Kilowattstunden (kWh) beziehungsweise Megawattstunden (MWh). Ein einfaches Bild hilft: Die Leistung ist der Durchmesser des Wasserhahns, die Kapazität ist die Größe des Eimers darunter. Ein breiter Hahn füllt einen kleinen Eimer schnell; ein großer Eimer kann trotz schmalem Hahn am Ende viel mehr Wasser fassen. Beide Werte zusammen ergeben die sogenannte Entladedauer: Kapazität geteilt durch Leistung. Ein Speicher mit 10 kWh Kapazität und 5 kW Leistung kann also rein rechnerisch zwei Stunden lang mit voller Leistung entladen werden.
Warum die Verwechslung so häufig ist
Die Verwechslung entsteht, weil beide Größen mit „Kilowatt” beginnen und oft in einem Atemzug genannt werden — etwa in Förderanträgen, Angeboten von Installationsbetrieben oder eben im Marktstammdatenregister. Bei Solaranlagen ist die vergleichbare Stolperfalle die Unterscheidung zwischen kW und kWp, die unser Beitrag Bruttoleistung einer Solaranlage: Was kW und kWp bedeuten erklärt. Bei Batteriespeichern geht es nicht um zwei Leistungsangaben, sondern um zwei völlig unterschiedliche physikalische Größen — Leistung und Energie —, die beide zur vollständigen Beschreibung eines Speichers gehören.
Wie das Register die Kapazität erfasst
Im Marktstammdatenregister wird jeder Batteriespeicher als eigene Einheit geführt, getrennt von einer eventuell zugehörigen Solaranlage. Neben der Bruttoleistung in Kilowatt trägt jede Speicher-Einheit auch ihre nutzbare Speicherkapazität in Kilowattstunden ein — eine Pflichtangabe bei der Registrierung, wie unser Beitrag Batteriespeicher anmelden im Detail zeigt. Beide Werte stehen im Register unabhängig voneinander: Ein Speicher mit hoher Leistung muss keine große Kapazität haben, und umgekehrt kann ein Speicher mit bescheidener Leistung über viele Stunden hinweg Energie abgeben.
Heimspeicher und Großspeicher im Vergleich
Bei Heimspeichern, die zusammen mit einer Dachanlage betrieben werden, liegt die nutzbare Speicherkapazität meist zwischen 5 und 15 Kilowattstunden — genug, um den Solarstrom-Überschuss vom Mittag in den Abend zu verschieben. Bei Großspeichern, in der Branche BESS (Battery Energy Storage System) genannt, reicht die Spanne deutlich weiter: Wie unser Beitrag Wie viele Batteriespeicher gibt es in Deutschland? zeigt, sind bundesweit 537 Speicher mit einer Bruttoleistung von mindestens 1 Megawatt in Betrieb; die leistungsstärkste einzelne Einheit im Register steht in Hamm (Nordrhein-Westfalen) mit rund 174 Megawatt. Die passende Kapazität dazu steht separat im Register — zwei Großspeicher mit gleicher Leistung können je nach Auslegung eine sehr unterschiedliche Kapazität und damit Entladedauer haben.
Kapazität auf der Solar-Kompass-Karte nachschlagen
Mit Solar-Kompass lässt sich die nutzbare Speicherkapazität einzelner Batteriespeicher kostenlos nachschlagen. Schalten Sie die Kategorie der Karte auf „Batteriespeicher” um und suchen Sie nach Postleitzahl, Ort oder Bundesland — die Ergebnistabelle zeigt zu jedem Treffer sowohl die Leistung in Kilowatt als auch die nutzbare Speicherkapazität in Kilowattstunden. Einen Überblick über die größten Batteriespeicher Deutschlands samt beider Werte bietet außerdem die Seite Batteriespeicher in Deutschland. Weitere Antworten rund um Filter, Datenquelle und Aktualität gibt unser FAQ.
Fazit
Leistung in Kilowatt und Speicherkapazität in Kilowattstunden beschreiben zwei unterschiedliche Eigenschaften eines Batteriespeichers: wie viel Strom er in einem Moment liefern kann und wie viel Energie er insgesamt speichert. Erst beide Werte zusammen ergeben die Entladedauer und damit ein vollständiges Bild davon, wofür ein Speicher taugt — ob als Heimspeicher für den Abend oder als Großspeicher im Netzmaßstab. Beide Angaben lassen sich für jeden registrierten Batteriespeicher in Deutschland kostenlos auf Solar-Kompass nachschlagen.
Dieser Artikel erklärt technische Begriffe vereinfacht und ist keine technische oder rechtliche Beratung. Beispielwerte Großspeicher: Stand 21. September 2026. Datenquelle: Marktstammdatenregister (Bundesnetzagentur), Datenlizenz Deutschland – Namensnennung – Version 2.0.